Laktatmessung

Für Trainingsbelastungsempfehlungen wurden verschiedene Konzepte zur Ermittlung der so genannten "Anaeroben Schwelle" entwickelt (Wasserman und McIllroy 1964). Die "Anaerobe Schwelle" ist definitionsgemäß die „höchstmögliche Belastungsintensität, welche noch ohne zunehmende "Übersäuerung" aufrecht-erhalten werden kann“. Über die Messung dieses Wertes kann in Relation zur Ausbelastungszeit die Ausdauerleistungsfähigkeit bestimmt werden. Darüber hinaus kann anhand der „Anaeroben Schwelle“ aber auch eine Einteilung der Trainingsintensität für das Ausdauertraining vorgenommen werden. Beim Mehrstufentest – einem universellen Testprinzip zur Ermittlung der „Anaeroben Schwelle“ wird die Blutlaktatkonzentration graphisch gegen die erbrachte Leistung in Form einer so genannten „Laktatleistungskurve“ dargestellt.

Die Begründbarkeit der Laktatmessung liegt in der Tatsache, dass man in der modernen Leistungsphysiologie Laktat als Signalmolekül und Energielieferant betrachtet, d.h. die Blutlaktatkonzentration ist mit bestimmten Stoffwechselarten im Energiestoffwechsel verknüpft.

Laktatschwellenkonzepte, die an feste Werte gebunden sind (z.B.: 4 mmol Laktatschwelle) kann man als obsolet betrachten: Die Laktatkonzentration im Blut und das "Mapping" auf bestimmte Trainingszonen ist individuell und kann nur mit dynamischen Schwellwertkonzepten und im Kontext mit der Ernährungssituation und anderen Parametern wie den Ergebnissen einer Spiroergometrie erfolgreich zur Trainingssteuerung verwendet werden.

Es ist aber durchaus sinnvoll, verschiedene Laktatleistungskurven eines Athleten im Verlauf der Zeit zu vergleichen, um Trainingsfortschritte zu bewerten.

Der Vorteil der Laktatmessung liegt eindeutig in der einfachen Durchführbarkeit und im Preis: Man kann Laktatmessungen bei Sportlern ortsunabhängig  z.B. auf dem Sportplatz oder im Schwimmbad bei der tatsächlichen  Ausübung ihrer Sportarten durchführen. Dieses ist bei anderen Messverfahren (mobile Spiroergometrie, Muskelsauerstoffmessung) zwar auch möglich, jedoch sind diese Verfahren ungleich teurer oder haben andere Einschränkungen. Wichtig bei dieser ortsunabhängigen Durchführung ist jedoch die Wahl des Belastungsprotokolls zur späteren Normierung und um Vergleiche zu ermöglichen.

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