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Ironman 70.3 Switzerland - Rennstrategie Bike

June 2, 2018

Die Wahl einer geeigneten Rennstrategie kann einen Wettkampf entscheidend beeinflussen. Auf Basis einer Leistungsdiagnostik lässt sich bei Kenntnis der Leistungsfähigkeit eines Athleten, der Fahrradaerodynamik und des Gesamtgewichts Athlet - Bike die Radzeit eines Ironmans sehr genau vorhersagen und es können unterschiedliche Wettkampfstrategien  mit Hilfe einer Simulationssoftware verglichen werden. Je genauer man dabei die Randbedingungen Athlet, Bike und Umwelt kennt, desto besser wird die Simulation.

 

Software zur Simulation von Triathlon Wettkämpfen

Zur Simulation eines Wettkampfs haben wir bei marcuskahlercoaching.com eine eigene Software, den PowerProfiler,  entwickelt.

 

 

Als Parameter für eine Rennsimulation benötigt der PowerProfiler das Streckenprofil einer Wettkampfstrecke als GPX, die Herzfrequenz- und Leistungsdaten aus einem oder mehreren Leistungstests und die Aerodynamik des Systems Bike und Athlet. Für den Vergleich von unterschiedlichen Rennstrategien reichen bei den Aerodynamikdaten Erfahrungswerte. Für eine präzise Rennvorhersage sollte die Aerodynamik mit Hilfe eines Feldtests bestimmt werden.

 

 

 

 

 

 

Zur Wahl der richtigen Leistung für einen Wettkampf hilft die Leistungsdiagnostik weiter. Die Leistung an der anaeroben Schwelle (Laktatdiagnostik) oder Leistung an der VT2 ( ventilatorische Schwelle 2 - Spiroergometrie) ist dabei die Leistung, die 30 Minuten aufrechterhalten werden kann. Der PowerProfiler ermittelt aus diesen Eckdaten ein Ermüdungsmodell, das durch weitere Parameter wie die Laktatkinetik VLamax und durch Kenntnisse der langsamen und schnellen Muskefaseranteile eines Athleten verbessert werden kann.

Simulation der Herzfrequenz

Für die Simulation der Herzfrequenz für einen Wettkampf benötigt der PowerProfiler Herzfrequenzen und dazugehörige Leistungsdaten aus der Leistungsdiagnostik. Diese werden mit Hilfe eines Multiparameter-Modells kombiniert und es resultiert ein mathematisches Modell, das den Herzfrequenzverlauf im Wettkampf auf Basis der gegebenen Leistung, Aussentemperatur und der Wettkampfzeit schätzt.

Das Modell berücksichtigt dabei den Cardiac Drift, also den Anstieg der Herzfrequenz im Verlauf eines Wettkampfs bei konstanter Leistung. Cardiac Drift resultiert aus dem Flüssigkeitsverlust des Athleten und dem damit verbundenen Anstieg der Körperkerntemperatur.

 

 

Simulation Ironman 70.3 Switzerland

Nach Eingabe der Parameter erfolgt die Simulation. Im Bild sieht man eine Simulation für den Ironman 70.3 Switzerland für einen Fahrer mit einem Körpergewicht von 72 kg und einer Leistung von 295 W an der VT2. Weitere Parameter sind eine CdA von 0.21 bei einer Frontalfläche von 0.4 m2 ohne Gegenwind. Rad, Verpflegung und Kleidung wiegen zusammen 12 kg. Es ergibt sich also ein Gesamtgewicht von 84 kg.

Für die Simulation wird angenommen, dass der Radteil der Wettkampfstrecke mit einer konstanten Leistung von 205 Watt gefahren wird. Diese Leistung ergibt sich aus dem Ermüdungsmodell, das der PowerProfiler für diesen Athleten auf Basis der Leistungsdiagnostik berechnet hat.

Der PowerProfiler unterteilt nun automatisch die Radstrecke in einzelne Segmente und berechnet für jedes Segment die Geschwindigkeit und Herzfrequenz des Athleten. In der obigen Simulation ergibt sich dabei eine Endzeit von 02:43:50 h und eine Herzfrequenz von 153 BPM bei der Ankunft. Damit stimmt die Herzfrequenz des Athleten genau mit der Herzfrequenz überein, die er beim Leistungstest im Bereich seiner VT2 hatte.

 

Nun wird es spannend: Wir versuchen mit Hilfe der Simulation eine schnellere Radzeit bei fast gleicher Leistung zu erzielen. Ein weiteres Ziel ist dabei die Absenkung der Herzfrequenz, damit der Athlet frischer in den abschliessenden Halbmarathon (Laufsimulationen kann der PowerProfiler auch durchführen - das wird ein anderer Blogeintrag) starten kann.

Bei konstant zunehmender Geschwindigkeit steigt der Luftwiderstand quadratisch an. Aus diesem Grund ist es für einen Athleten einfacher, Zeit bei Streckenanstiegen zu gewinnen, als bei Abfahrten.

Für die zweite Simulation werden daher gerade Abschnitte mit 205 W gefahren, die Anstiege mit 240 W und 230 W, Abstiege mit 180 W und das Ende der Radstrecke wird mit 180 W gefahren, damit der Athlet erholter in den Lauf starten kann. Es ergibt sich nun eine Radzwischenzeit von 02:39:40 h also eine Verbesserung von 4 Minuten und 10 Sekunden und eine Herzfrequenz von 149 am Ende der Radstrecke. Und das bei nahezu gleicher durchschnittlicher Leistung!

Würde man die Strecke konstant mit 209 W fahren, würde sich eine Verbesserung von lediglich 1 Minute 20 Sekunden gegenüber Variante A ergeben!

 

Bei nochmaliger Steigerung der Leistung in den Anstiegen auf 250 W ergibt sich eine Fahrzeit von 02:36:10 h.

 

Für ambitionierte Triathleten und Radsportler lohnt es sich also immer, einen Wettkampf gut zu planen und an das Streckenprofil anzupassen!

 

marcuskahlercoaching.com unterstützt Sie dabei gerne!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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